Prokrastination verstehen: Warum Menschen Aufgaben aufschieben, obwohl sie es besser wissen

von Lisa-Marie Diel | ADHS, Hochbegabung, Hochsensibilität, Underachievement

Lesedauer 16 Minuten

Fast jeder kennt es: Eine wichtige Aufgabe liegt vor einem. Eigentlich ist klar, dass sie erledigt werden sollte. Vielleicht steht sie sogar schon seit Tagen auf der To-do-Liste. Man weiß, dass es vernünftig wäre, anzufangen. Man weiß auch, dass es später unangenehmer wird, wenn man weiter wartet.

Und trotzdem passiert nichts.

Oder zumindest nicht das, was passieren sollte. Statt die Steuerunterlagen zu sortieren, wird plötzlich die Küche geputzt. Statt die Hausarbeit zu schreiben, wird ein neues Organisationssystem ausprobiert. Statt die Bewerbung fertigzustellen, liest man noch einen Artikel, schaut kurz aufs Handy oder erledigt eine andere Aufgabe, die sich in diesem Moment leichter, angenehmer oder kontrollierbarer anfühlt.

Ich kenne es selbst: Ich liebe es, Blogartikel zu schreiben. Doch gerade die besonders umfangreichen Artikel fordern mir viel ab. Lange Rechercheabende, Kopf zerbrechen, in die Perspektive meiner Leser:innen versetzen … Das ist zwar schön, aber auch anstrengend. Mitunter kommt es dann vor, dass ich mir dann etwas leichtere Aufgaben vornehme. Auch, obwohl ich eigentlich weiß, dass ich die Aufgaben einfach kleiner machen müsste.

Wie die meisten liebe ich aber die schnelle Belohnung. Heute Morgen zum Beispiel habe ich statt zu schreiben endlich mal den Kühlschrank gereinigt. Nun freue ich mich jedes Mal, wenn ich die Kühlschranktür öffne ;-). Du siehst also: Du bist nicht allein.

Prokrastination ist keine Faulheit

Von außen sieht Prokrastination oft nach Faulheit, Disziplinlosigkeit oder mangelnder Motivation aus. Innerlich fühlt sie sich jedoch häufig ganz anders an: wie Druck, Widerstand, Scham, Überforderung, Angst oder ein diffuses Gefühl der Überforderung. Genau deshalb greifen einfache Ratschläge wie „Mach es doch einfach“ oder „Du musst dich nur besser organisieren“ oft zu kurz.

Prokrastination ist selten ein reines Zeitmanagementproblem. Viele Menschen, die prokrastinieren, wissen sehr genau, was zu tun wäre. Sie haben Listen, Kalender, Pläne, Apps und gute Vorsätze. Das eigentliche Problem liegt häufig an einer anderen Stelle, denn die Absicht ist da, aber sie kommt nicht zuverlässig in Handlung.

Aus psychologischer Sicht ist Prokrastination deshalb besonders interessant. Sie zeigt, wie komplex der Weg vom Wollen zum Tun sein kann. Genau hier bietet die PSI-Theorie von Professor Julius Kuhl eine sehr hilfreiche Perspektive. Sie fragt nicht nur: „Was will ein Mensch?“ Sondern beleuchtet auch die Frage, welche inneren Systeme zusammenspielen müssen, damit aus einer Absicht tatsächlich Handlung wird.

Was bedeutet Prokrastination genau?

Prokrastination bedeutet nicht einfach, dass man etwas später macht. Es ist auch nicht jede Pause, jede Verzögerung oder jede Phase des Nachdenkens automatisch Prokrastination.

Prokrastination meint das freiwillige Aufschieben einer beabsichtigten Handlung, obwohl man erwartet, dass dieses Aufschieben später Nachteile haben wird. Der entscheidende Punkt ist also nicht nur, dass etwas nicht erledigt wird. Entscheidend ist, dass man etwas eigentlich tun wollte, es dann aber nicht umsetzt und im Grunde weiß, dass man sich dadurch selbst belastet.

Das unterscheidet Prokrastination von bewusster Priorisierung. Wenn du entscheidest, eine Aufgabe heute nicht zu erledigen, weil etwas anderes wichtiger ist, ist das keine Prokrastination. Wenn du dich ausruhst, weil du tatsächlich Erholung brauchst, ist das keine Prokrastination. Wenn du eine kreative Aufgabe erst innerlich durchdenkst, bevor du sichtbar produktiv wirst, ist das ebenfalls nicht automatisch Prokrastination.

Prokrastination beginnt dort, wo ein innerer Konflikt entsteht: Ein Teil von dir weiß, dass eine Aufgabe wichtig ist. Ein anderer Teil weicht ihr aus. Kurzfristig bringt das Erleichterung. Langfristig entstehen Stress, Schuldgefühle, Selbstzweifel oder Zeitdruck.

Genau diese kurzfristige Erleichterung macht das Muster so stabil. Wer eine unangenehme Aufgabe vermeidet, fühlt sich für einen Moment besser. Das innere System lernt: Weggehen von der Aufgabe reduziert Anspannung. Je häufiger das passiert, desto schneller wird Vermeidung zur Gewohnheit.

Der Teufelskreis der Prokrastination

Prokrastination folgt oft einem wiederkehrenden Muster. Zunächst taucht eine Aufgabe auf. Vielleicht ist sie langweilig, unübersichtlich, zu groß, fremdbestimmt oder mit Bewertung verbunden. Vielleicht ruft sie auch alte Selbstzweifel wach:

  • „Ich bin nicht gut genug“
  • „ich kann das nicht“
  • „ich werde versagen“
  • „andere überschätzen mich“

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, schaue dir gerne meinen Artikel zum Hochstaplersyndrom an.

Diese Gedanken sind nicht nur kognitive Inhalte. Sie verändern den inneren Zustand. Die Aufgabe fühlt sich schwerer an. Der Körper wird unruhiger oder müder. Der Blick verengt sich. Statt Möglichkeiten zu sehen, sieht man Probleme. Statt Zugriff auf das eigene Können zu bekommen, spürt man vor allem Widerstand.

Dann folgt die Vermeidung. Man wendet sich etwas anderem zu. Das kann eine offensichtlich ablenkende Tätigkeit sein, etwa Social Media, Serien, Spiele oder zielloses Recherchieren. Es kann aber auch produktiv wirken: Man putzt, sortiert, beantwortet E-Mails oder erledigt andere Aufgaben. Gerade diese „produktive Prokrastination“ ist tückisch, weil sie das Gefühl vermittelt, doch etwas Sinnvolles getan zu haben.

Kurzfristig entsteht Erleichterung. Die unangenehme Aufgabe ist aus dem unmittelbaren Bewusstsein verschwunden. Der Druck sinkt. Man fühlt sich wieder etwas freier. Doch später kehrt die Aufgabe zurück. Meist mit zusätzlicher Belastung, denn möglicherweise hat man nun weniger Zeit, ein schlechtes Gewissen und kritisiert sich selbst. Dadurch wird der nächste Kontakt mit der Aufgabe noch unangenehmer.

Das System hat also nicht gelernt: „Ich kann diese Aufgabe bewältigen.“ Es hat gelernt: „Diese Aufgabe ist gefährlich, unangenehm oder überwältigend.“

So entsteht der Teufelskreis der Prokrastination:

  1. Eine Aufgabe löst unangenehme Gefühle aus.
  2. Vermeidung reduziert diese Gefühle kurzfristig.
  3. Die kurzfristige Erleichterung verstärkt das Aufschieben.
  4. Später nehmen Druck, Scham oder Zeitnot zu.
  5. Die Aufgabe wird beim nächsten Kontakt noch aversiver.
  6. Die Wahrscheinlichkeit erneuter Prokrastination steigt.

Teufelskreis der Prokrastination

Warum Prokrastination kurzfristig funktioniert

So paradox es klingt: Prokrastination funktioniert. Zumindest kurzfristig. Denn wenn eine Aufgabe unangenehm ist und du dich abwendest, sinkt der innere Druck. Genau das ist der Belohnungseffekt. Nicht unbedingt, weil die Alternativhandlung so großartig wäre, außer du freust dich ganz arg über deinen blitzblanken Kühlschrank, sondern weil die aversive Aufgabe gerade nicht mehr gefühlt werden muss.

Das ist ein wichtiger Punkt. Viele Menschen glauben, sie prokrastinierten, weil sie zu viel Lust auf angenehme Dinge hätten. Manchmal stimmt das. Häufiger aber geht es nicht primär um Lust, sondern um Entlastung. Die Alternativhandlung ist nur deshalb so attraktiv, weil sie von etwas Unangenehmem wegführt.

Das erklärt auch, warum Menschen beim Prokrastinieren nicht unbedingt glücklich sind. Viele erleben währenddessen Schuldgefühle, innere Unruhe oder das Gefühl, sich selbst zu sabotieren. Dennoch bleibt das Verhalten stabil, weil es den unmittelbaren Kontakt mit der unangenehmen Aufgabe unterbricht.

Aus der Forschung passt dazu besonders der Gedanke, Prokrastination als kurzfristige Stimmungsregulation zu verstehen. Die Person schützt ihr aktuelles emotionales Befinden, allerdings auf Kosten des zukünftigen Selbst. Das spätere Ich muss die Aufgabe dann unter schlechteren Bedingungen erledigen.

Genau hier entsteht die typische Spannung, denn das gegenwärtige Selbst will Erleichterung. Das zukünftige Selbst braucht Entlastung, Struktur und Handlung. Prokrastination löst den Konflikt zugunsten des gegenwärtigen Selbst.

Prokrastination und Hochbegabung: ein besonderer Blick

Prokrastination betrifft nicht nur Menschen, die wenig leisten oder schlecht organisiert sind. Im Gegenteil: Auch kluge, kreative und hochbegabte Menschen können sehr hartnäckige Prokrastinationsmuster entwickeln. Das liegt nicht daran, dass Hochbegabung automatisch zu Prokrastination führt. Diese Gleichsetzung wäre fachlich falsch. Aber bestimmte Dynamiken, die bei Hochbegabung häufiger auftreten können, können das Aufschieben unter bestimmten Umständen begünstigen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • schnelle Langeweile bei zu einfachen Aufgaben,
  • ein hohes Bedürfnis nach Sinn und innerer Stimmigkeit,
  • starke Wahrnehmung von Komplexität,
  • hohe eigene Qualitätsansprüche,
  • Perfektionismus und hohe Ansprüche,
  • Angst, dem eigenen Potenzial nicht gerecht zu werden,
  • mangelnde Passung zwischen Aufgabe und innerer Motivation,
  • Underachievement-Erfahrungen,
  • ein brüchiges Kompetenzgefühl trotz objektiver Fähigkeiten.

Bei manchen Hochbegabten entsteht Prokrastination aus Unterforderung. Die Aufgabe ist nicht interessant genug, um das innere System zu aktivieren. Erst kurz vor der Deadline entsteht genügend Druck, Spannung oder Herausforderung, um ins Handeln zu kommen.

Bei anderen entsteht Prokrastination aus Überforderung. Nicht, weil sie die Aufgabe objektiv nicht könnten, sondern weil sie zu viele Möglichkeiten, Ansprüche und Qualitätskriterien gleichzeitig sehen. Dann wird die Aufgabe innerlich riesig. Der Anfang fühlt sich nicht nach einem kleinen Schritt an, sondern nach dem Eintritt in ein überkomplexes Feld.

Mir geht es oft so, dass ich ganz viele Ideen für einen Artikel habe und dann alles gleichzeitig sehe. Das macht es mir mitunter schon schwer, das Wissen überhaupt zu sortieren, was mich dann auch wieder nervt. Ich weiß auch von vornherein schon, dass ich meine Ansprüche nie erfüllen werde, weil ich dann keinen Blogartikel, sondern ein komplettes Buch geschrieben habe. Das sind doch irgendwie frustrierende Voraussetzungen.

Ich mag es, wenn es ausführlich und „komplett“ ist, ich habe das ideale Bild im Kopf. Das ist etwas, das ich bei vielen Hochbegabten, sowohl Kindern als auch Erwachsenen, wahrnehme: Das Idealbild einer Tätigkeit ist im Kopf vorhanden, kann aber mit den vorhandenen Ressourcen nicht immer hinreichend umgesetzt werden. Das nenne ich gerne liebevoll „die Frustration des Physischen“. Dann kann der Belohnungseffekt manchmal schwach ausfallen und wir müssen schauen, wie wir uns unter realistischen Bedingungen gut an der Stange halten können.

Wieder andere prokrastinieren, weil die Aufgabe nicht selbstkongruent ist. Sie tun etwas, weil es erwartet wird, weil es vernünftig scheint oder weil es soziale Anerkennung bringt. Innerlich fehlt jedoch die Verbindung. Manche funktionieren trotzdem gut, andere versagen unter solchen Bedingungen völlig.

Was, wenn man es mal kritisch betrachtet, doch eigentlich ganz logisch ist: Warum sollte man etwas ausführen, hinter dem man nicht steht? In der Theorie gut, in der Praxis oft schon nicht so optimal, weil wir eben in einem System leben, das diese Art von Handlung manchmal erforderlich macht.

Mir persönlich fällt es extrem schwer, etwas zu tun, hinter dem ich nicht stehe. Mein Körper ist dann wie blockiert. Manchmal fühle ich mich, als sei ich dazu verdammt, selbstkongruent zu leben. Was einerseits gut ist, andererseits hätte es auch alles viel einfacher laufen können, wenn ich nicht immer alles so wichtig nehmen würde. Wie ist es bei dir?

Underachievement und Prokrastination

Underachievement bedeutet, dass ein Mensch dauerhaft deutlich unter seinen Möglichkeiten bleibt. Bei Hochbegabung ist das besonders schmerzhaft, weil die Diskrepanz zwischen Potenzial und gelebter Leistung oft stark spürbar ist. Sowohl für die Person selbst als manchmal auch für das Umfeld.

Über Underachievement habe ich einen sehr ausführlichen Blogartikel mit diversen Lösungsvorschlägen geschrieben. Schau ihn dir gerne mal an, wenn dich das Thema näher interessiert: Hier geht es zum Blogartikel über Underachievement bei Hochbegabten.

Prokrastination kann ein wichtiger Bestandteil von Underachievement sein. Nicht, weil der Mensch nicht könnte, sondern weil der Weg zur Leistung blockiert ist. Die Fähigkeit ist vorhanden, aber sie wird nicht zuverlässig in Handlung, Ausdauer und sichtbare Ergebnisse übersetzt. Das kann das Kompetenzgefühl massiv beschädigen.

Wer über längere Zeit erlebt, dass er Aufgaben nicht angeht, Ziele nicht erreicht oder Möglichkeiten nicht nutzt, beginnt irgendwann an sich zu zweifeln. Dann entstehen Gedanken wie:

  • „Vielleicht bin ich doch nicht so begabt.“
  • „Vielleicht kann ich es einfach nicht.“
  • „Vielleicht überschätzen mich alle.“
  • „Wenn ich wirklich klug wäre, müsste mir das leichter fallen.“

Diese Gedanken können wiederum die nächste Aufgabe belasten. Eine neue Aufgabe ist dann nicht einfach eine neue Aufgabe. Sie wird zum Test des eigenen Wertes. Zum Beweis, ob man wirklich kompetent ist. Zum Risiko, erneut zu scheitern.

Damit wird verständlich, warum manche Menschen nicht trotz ihrer Begabung prokrastinieren, sondern gerade wegen der inneren Bedeutung, die Leistung für ihr Selbstbild bekommen hat.

Der Imposter-Kreislauf: Wenn Erfolg nicht im Selbst ankommt

Ein besonders wichtiger Kreislauf entsteht, wenn Prokrastination mit Hochstapler-Erleben verbunden ist.

Die Person nimmt eine neue Aufgabe an. Zunächst wirkt alles machbar. Doch dann tauchen Selbstzweifel auf:

  • „Ich bin dafür nicht gut genug“
  • „ich kann das nicht“
  • „ich werde versagen“
  • „andere überschätzen meine Fähigkeiten“.

Um diese Angst zu regulieren, gibt es häufig zwei Strategien: Die erste Strategie ist Überkompensation. Man arbeitet viel zu viel, kontrolliert alles mehrfach, investiert unverhältnismäßig viel Energie und versucht, jeden Zweifel durch Leistung zu neutralisieren. Von außen sieht das erfolgreich aus. Innerlich bleibt es jedoch anstrengend, weil der Erfolg nicht aus Vertrauen entsteht, sondern aus Angst.

Die zweite Strategie ist Prokrastination. Man schiebt auf, weil der Kontakt mit der Aufgabe zu viel Selbstwertstress auslöst. Die Aufgabe wird gemieden, bis der Zeitdruck so groß ist, dass er die Angst vor der Aufgabe überlagert. Dann wird vielleicht doch noch geliefert, aber unter enormer Spannung.

In beiden Fällen kann ein gutes Ergebnis entstehen. Doch der Erfolg wird nicht richtig verinnerlicht. Statt zu denken:

„Ich habe das geschafft, weil ich Fähigkeiten eingesetzt habe“,

entstehen Erklärungen wie:

  • „Ich hatte Glück“
  • „die Aufgabe war leicht“
  • „die anderen waren nett“
  • „ich habe nur bestanden, weil ich mich völlig verausgabt habe“.

Das ist entscheidend: Der Erfolg erreicht das Selbst nicht. Er korrigiert das eigene Kompetenzgefühl nicht. Dadurch beginnt die nächste Aufgabe wieder bei null. Wieder entsteht Angst. Wieder wird kompensiert oder prokrastiniert. Wieder kommt der Erfolg nicht an. Hier kommst du zu meinem Blogartikel über das Hochstapler-Syndrom.

Die PSI-Theorie: Warum aus Absichten nicht automatisch Handlungen werden

Um Prokrastination tiefer zu verstehen, hilft ein Blick auf die PSI-Theorie von Professor Julius Kuhl. PSI steht für Persönlichkeits-System-Interaktionen. Die Theorie beschreibt, wie verschiedene psychische Systeme zusammenspielen, wenn wir erleben, fühlen, planen, entscheiden und handeln.

Das klingt zunächst abstrakt. Gemeint ist aber etwas sehr Alltägliches: Manchmal tun wir etwas einfach. Es fließt. Wir denken nicht lange nach, sondern greifen zu, gehen los, schreiben den ersten Satz oder erledigen eine Aufgabe fast nebenbei.

Und manchmal ist genau das Gegenteil der Fall. Wir wissen, was zu tun wäre. Wir haben die Absicht. Vielleicht denken wir sogar ständig daran. Aber trotzdem kommen wir nicht ins Handeln.

Die PSI-Theorie hilft zu verstehen, warum das so ist. Denn eine Absicht allein reicht nicht immer aus. Damit aus einem Vorsatz tatsächlich Handlung wird, müssen verschiedene innere Systeme gut zusammenspielen.

.Grafik Makrosysteme PSI-Theorie Dynamiken

Ich erkläre das gerne mit einem sehr einfachen Beispiel: Kuchen.

Wenn Handlung leicht fällt: Die intuitive Verhaltenssteuerung (IVS)

Stell dir vor, du sitzt zu Hause und merkst plötzlich: „Oh, ich habe Lust auf Kuchen.“

Und jetzt stell dir vor, du hast tatsächlich Kuchen im Kühlschrank. Du musst nicht viel überlegen. Du stehst auf, gehst zum Kühlschrank, nimmst dir ein Stück Kuchen, holst vielleicht noch eine Gabel und setzt dich wieder hin. Dann genießt du deinen Kuchen.

In diesem Moment ist vor allem deine intuitive Verhaltenssteuerung aktiv.

Die intuitive Verhaltenssteuerung ist das System, das Handlung flüssig macht. Sie sorgt dafür, dass du nicht jeden einzelnen Schritt bewusst planen musst. Du denkst nicht: „Nun leite ich den Bewegungsablauf ein. Jetzt erhebe ich mich vom Stuhl. Jetzt öffne ich die Kühlschranktür. Jetzt greife ich nach dem Teller.“ Du tust es einfach.

Dieses System ist besonders dann aktiv, wenn etwas leicht, vertraut, angenehm oder unmittelbar erreichbar ist. Es ist mit positivem Affekt verbunden: mit Lust, Vorfreude, innerem Ja, Handlungsenergie und Annäherung.

Du willst Kuchen. Kuchen ist da. Der Weg ist klar. Also handelst du.

Genau so fühlt es sich an, wenn eine Aufgabe innerlich gut angebunden ist und der Einstieg leicht gelingt. Man kommt ins Tun, ohne sich erst durch massive innere Widerstände kämpfen zu müssen.

Bei Prokrastination ist genau dieser flüssige Übergang oft gestört. Die Aufgabe ist nicht wie der Kuchen im Kühlschrank. Sie liegt nicht einfach bereit und ruft: „Komm, nimm mich.“ Sie ist zu groß, zu unklar, zu unangenehm, zu bedeutsam oder zu stark mit Bewertung verbunden.

Dann reicht die intuitive Verhaltenssteuerung allein nicht mehr aus.

Wenn man erst planen muss: Das Intentionsgedächtnis (IG)

Jetzt verändern wir das Beispiel.

Du hast Lust auf Kuchen, aber es ist kein Kuchen im Haus.

Nun kannst du nicht einfach aufstehen und dir ein Stück holen. Du musst innehalten. Du musst überlegen: „Wo bekomme ich jetzt Kuchen her?“

Gehe ich zum Supermarkt? Gibt es dort überhaupt guten Kuchen? Fahre ich zur Bäckerei? Hat die noch geöffnet? Backe ich selbst einen? Habe ich genug Zutaten? Wie lange würde das dauern? Lohnt sich der Aufwand?

In diesem Moment wird das Intentionsgedächtnis wichtig.

Das Intentionsgedächtnis ist der Ort bewusster Absichten, Pläne und Vorhaben. Es wird gebraucht, wenn etwas nicht automatisch geht. Wenn du eine Handlung nicht einfach ausführen kannst, sondern sie erst vorbereiten, strukturieren oder innerlich festhalten musst.

Typische Sätze des Intentionsgedächtnisses sind:

  • „Ich muss das noch erledigen.“
  • „Ich sollte damit anfangen.“
  • „Ich darf das nicht vergessen.“
  • „Ich muss mir überlegen, wie ich vorgehe.“
  • „Ich will dieses Ziel erreichen.“

Das Intentionsgedächtnis ist enorm wichtig. Ohne dieses System könnten wir keine komplexen Ziele verfolgen. Wir könnten nicht planen, nicht abwägen, nicht über längere Zeit an etwas dranbleiben. Aber es hat auch eine Besonderheit: Es ist nicht der Ort der mühelosen Handlung.

Wenn das Intentionsgedächtnis aktiv wird, wird der unmittelbare positive Affekt erst einmal zurückgenommen. Das ist sinnvoll, denn Planung braucht Abstand. Man muss kurz aus dem spontanen Wollen herausgehen und überlegen: „Was ist hier eigentlich zu tun?“

Beim Kuchenbeispiel heißt das: Die pure Vorfreude wird kurz gebremst. Statt einfach loszugehen und Kuchen zu essen, musst du planen. Du musst Möglichkeiten vergleichen, Hindernisse bedenken und eine Absicht bilden. Das ist nicht schlimm, es ist sogar notwendig.

Schwierig wird es erst, wenn eine Absicht im Intentionsgedächtnis stecken bleibt.

Dann denkt man immer wieder an die Aufgabe, aber man kommt nicht in die Ausführung. Man weiß, dass man anfangen müsste. Man erinnert sich daran. Man macht vielleicht sogar Pläne. Aber der Übergang in die intuitive Verhaltenssteuerung gelingt nicht.

Dann entsteht genau dieses quälende Gefühl:

„Ich habe es die ganze Zeit im Kopf, aber ich fange trotzdem nicht an.“

Aus Sicht der PSI-Theorie ist das kein Widerspruch. Eine Absicht kann sehr präsent sein und trotzdem nicht handlungswirksam werden.

Wenn Sorgen und mögliche Fehler auftauchen: Das Objekterkennungssystem (OES)

Jetzt spinnen wir das Kuchenbeispiel weiter.

Du entscheidest dich, selbst einen Kuchen zu backen. Also gehst du in die Küche und schaust nach, was du da hast. Mehl ist da. Zucker auch. Aber die Eier sind fast leer. Die Milch riecht ein bisschen komisch. Und plötzlich fragst du dich: „Reicht das überhaupt? Was, wenn der Kuchen misslingt? Was, wenn er trocken wird? Was, wenn ich nachher die ganze Küche dreckig habe und es sich gar nicht lohnt?“

Jetzt ist das Objekterkennungssystem beteiligt.

Das Objekterkennungssystem richtet die Aufmerksamkeit auf Einzelheiten, Fehler, Abweichungen, Risiken und Probleme. Es hilft uns, genau hinzuschauen. Es erkennt, was fehlt, was nicht stimmt, was gefährlich werden könnte oder wo etwas schiefgehen kann.

Auch dieses System ist wichtig. Ohne das Objekterkennungssystem würden wir Fehler übersehen, Risiken unterschätzen und Schwierigkeiten nicht ernst genug nehmen. Beim Backen ist es durchaus sinnvoll zu bemerken, dass ein Ei fehlt oder die Milch verdorben sein könnte. Bei komplexen Aufgaben ist es ebenfalls sinnvoll zu erkennen, wo noch Informationen fehlen, welche Schwierigkeiten auftreten könnten oder welche Qualitätskriterien wichtig sind.

Problematisch wird es erst, wenn das Objekterkennungssystem dominiert. Dann sieht man nicht mehr den nächsten machbaren Schritt, sondern vor allem das mögliche Scheitern. Nicht mehr den Kuchen, sondern den verbrannten Boden. Nicht mehr den Anfang, sondern das perfekte Endergebnis, das man wahrscheinlich nicht erreichen wird.

Bei Prokrastination kann das so aussehen:

  • „Was, wenn ich es nicht gut genug mache?“
  • „Was, wenn andere merken, dass ich gar nicht so kompetent bin?“
  • „Was, wenn ich scheitere?“
  • „Was, wenn ich nicht alles bedacht habe?“
  • „Was, wenn das Ergebnis meinen Ansprüchen nicht genügt?“

Die Aufgabe wird dann innerlich schwerer. Der Blick verengt sich. Man sieht Fehler, Mängel, Risiken und Bewertungen. Aus einer Aufgabe wird eine Bedrohung. Und je bedrohlicher eine Aufgabe wirkt, desto verständlicher wird die Vermeidung.

Wenn der innere Überblick zurückkommt: Das Extensionsgedächtnis (EG)

An dieser Stelle braucht es ein weiteres System: das Extensionsgedächtnis. Das Extensionsgedächtnis ist in der PSI-Theorie mit Selbstzugang, Überblick, Erfahrung, Werten, Bedürfnissen und innerer Stimmigkeit verbunden. Es ist nicht eng, analytisch und problemfixiert, sondern weit, ganzheitlich und integrierend.

Während das Intentionsgedächtnis sagt: „Ich muss das tun“, und das Objekterkennungssystem fragt: „Was könnte schiefgehen?“, bringt das Extensionsgedächtnis eine andere Qualität hinein.

Es fragt eher:

  • „Worum geht es mir eigentlich?“
  • „Was passt zu mir?“
  • „Was weiß ich aus Erfahrung?“
  • „Was ist wirklich wichtig?“
  • „Wie kann ich mit mir selbst verbunden bleiben, während ich diese Aufgabe angehe?“

Zurück zum Kuchen.

Du stehst in der Küche, bemerkst die fehlenden Zutaten und wirst kurz unsicher. Das Objekterkennungssystem sieht die Probleme. Vielleicht entsteht Ärger, vielleicht Zweifel, vielleicht der Impuls, alles sein zu lassen.

Dann meldet sich dein Extensionsgedächtnis. Du erinnerst dich: „Ach, ich habe schon oft improvisiert. Das hat meistens geklappt.“ Oder: „Wenn der Kuchen nicht perfekt wird, ist es auch nicht schlimm. Ich wollte einfach etwas Warmes, Süßes, Gemütliches.“ Oder: „Vielleicht backe ich gar keinen aufwendigen Kuchen, sondern mache etwas Einfacheres.“

Das Extensionsgedächtnis hilft, die Situation einzuordnen. Es nimmt den Problemen nicht ihre Realität, aber es stellt sie in einen größeren Zusammenhang. Dadurch wird der negative Affekt oft schwächer. Die Aufgabe fühlt sich wieder weniger bedrohlich und mehr handhabbar an.

Genau das ist für Prokrastination zentral. Denn viele Menschen bleiben nicht deshalb stecken, weil sie keine Absicht haben. Sie bleiben stecken, weil die Absicht nicht gut genug mit dem Selbst, mit positiven Erfahrungen, mit innerer Stimmigkeit und mit einem realistischen Überblick verbunden ist.

Das Extensionsgedächtnis kann helfen, aus dem engen Problemblick wieder herauszufinden.

Aus „Das wird bestimmt schiefgehen“ wird vielleicht:

  • „Ich muss es nicht perfekt machen. Ich kann klein anfangen.“

Aus „Ich darf keinen Fehler machen“ wird:

  • „Fehler gehören dazu. Ich kann nachbessern.“

Aus „Ich muss das jetzt alles schaffen“ wird:

  • „Was wäre der nächste passende Schritt?“

Aus „Ich bin dem nicht gewachsen“ wird:

  • „Ich habe schon vieles gelernt und bewältigt. Ich muss nicht alles auf einmal können.“

Damit wird wieder Handlungsspielraum frei.

Das Extensionsgedächtnis als Ort von Bedeutung, Erinnerung und Selbstkontakt

Das Extensionsgedächtnis kann aber noch mehr. Es ist nicht nur dafür da, Sorgen zu beruhigen oder Probleme einzuordnen. Es ist auch der Ort, an dem eine Aufgabe mit persönlicher Bedeutung verbunden werden kann.

Bleiben wir beim Kuchen.

Vielleicht geht es gar nicht nur darum, etwas Süßes zu essen. Vielleicht steigt plötzlich eine Erinnerung auf: Du sitzt als Kind bei deiner Oma in der Stube. Es riecht nach frisch gebackenem Kuchen. Auf dem Tisch stehen Teller, vielleicht eine Kanne Tee oder Kaffee. Es ist warm, vertraut und ruhig. Du erinnerst dich an ein Gefühl von Geborgenheit.

Dann ist Kuchen nicht mehr nur Kuchen. Er ist verbunden mit Bildern, Gefühlen, Erfahrungen und Bedeutung. Genau diese Art von innerer Verbindung ist eine Stärke des Extensionsgedächtnisses. Es speichert nicht einfach isolierte Fakten, sondern verbindet Erleben, Erinnerung, Werte und Selbstgefühl miteinander.

Für Prokrastination ist das wichtig, weil viele Aufgaben schwer werden, wenn sie innerlich leer bleiben. Man weiß dann zwar: „Ich sollte das tun.“ Aber man spürt nicht mehr, wozu. Die Aufgabe ist nur noch Pflicht, Erwartung, Druck oder Bewertung. Dann fehlt der innere Sinnzusammenhang.

Wenn das Extensionsgedächtnis wieder zugänglich wird, kann eine Aufgabe anders erlebt werden.

Nicht nur:

  • „Ich muss diesen Text schreiben.“

Sondern:

  • „Ich möchte etwas ausdrücken, das Menschen hilft, sich selbst besser zu verstehen.“

Nicht nur:

  • „Ich muss meine Unterlagen sortieren.“

Sondern:

  • „Ich möchte wieder Klarheit gewinnen und mich entlasten.“

Nicht nur:

  • „Ich muss mich bewerben.“

Sondern:

  • „Ich möchte mir einen beruflichen Raum schaffen, der besser zu mir passt.“

Diese innere Verbindung löst nicht automatisch jedes Problem. Aber sie verändert die Qualität der Aufgabe. Sie wird weniger fremd. Weniger leer. Weniger rein äußerlich. Sie bekommt wieder einen Bezug zum eigenen Leben. Und genau dadurch kann Handlung leichter werden.

Prokrastination als Problem im Zusammenspiel der Systeme

Aus Sicht der PSI-Theorie entsteht Prokrastination also nicht einfach dadurch, dass ein Mensch „zu faul“ ist oder sich „nicht genug zusammenreißt“. Viel häufiger ist das Zusammenspiel der inneren Systeme blockiert.

Die intuitive Verhaltenssteuerung kommt nicht gut in Gang. Die Aufgabe fühlt sich nicht leicht, nah und ausführbar an. Das Intentionsgedächtnis hält die Absicht fest, aber die Absicht bleibt im Kopf stecken. Das Objekterkennungssystem sieht Probleme, Fehler, Risiken und mögliche Bewertung. Das Extensionsgedächtnis ist nicht ausreichend zugänglich, sodass Überblick, Selbstkontakt, Erfahrung und innere Stimmigkeit fehlen.

Dann kann eine Aufgabe innerlich riesig werden. Man weiß, was man tun müsste. Aber man spürt keinen guten Zugang. Statt Handlung entsteht Druck. Statt Orientierung entsteht Überforderung. Statt Selbstvertrauen entsteht Selbstbeobachtung. Und statt eines kleinen Anfangs entsteht Vermeidung.

Der entscheidende Schritt besteht dann nicht immer darin, noch mehr Druck zu machen. Oft braucht es etwas anderes:

Die Aufgabe muss wieder kleiner, konkreter, selbstnäher und handhabbarer werden.

Vom Vorsatz zurück ins Handeln

Wenn Prokrastination bedeutet, dass eine Absicht nicht in Handlung übergeht, dann ist die entscheidende Frage nicht nur:

  • „Wie motiviere ich mich mehr?“

Sondern auch:

  • „Wie kommt meine Absicht wieder in Bewegung?“

Manchmal gelingt das über einen sehr kleinen Einstieg.

Nicht:

  • „Ich muss den ganzen Artikel schreiben.“

Sondern:

  • „Ich öffne das Dokument und schreibe drei unperfekte Sätze.“

Nicht:

  • „Ich muss endlich Ordnung in meine Finanzen bringen.“

Sondern:

  • „Ich lege die Unterlagen auf den Tisch.“

Nicht:

  • „Ich muss mein ganzes Leben verändern.“

Sondern:

  • „Ich mache heute zehn Minuten den ersten Schritt.“

Der kleine Schritt ist nicht banal. Er ist eine Brücke zwischen Intentionsgedächtnis und intuitiver Verhaltenssteuerung. Gleichzeitig hilft es, das Objekterkennungssystem nicht die ganze Führung übernehmen zu lassen. Ja, es darf Probleme sehen. Ja, es darf auf Risiken hinweisen. Aber es sollte nicht allein bestimmen, wie die Aufgabe erlebt wird.

Dafür braucht es den Kontakt zum Extensionsgedächtnis:

  • Was ist mir wichtig?
  • Wozu mache ich das?
  • Was wäre eine stimmige, realistische Version dieser Aufgabe?
  • Welche Erfahrung zeigt mir, dass ich nicht bei null anfange?
  • Was wäre jetzt ein Anfang, der zu mir passt?

So entsteht aus Druck wieder Richtung. Aus Überforderung wird ein nächster Schritt. Und aus einer blockierten Absicht kann langsam wieder Handlung werden.

Wie ich dich unterstützen kann

Wenn du dich in diesen Dynamiken wiedererkennst, kann es sehr entlastend sein, nicht nur an einzelnen Symptomen herumzudoktern, sondern die eigene innere Steuerung wirklich zu verstehen. In meiner Beratung arbeite ich professionell mit der PSI-Theorie und unterstütze dich dabei, deine persönlichen Muster differenziert einzuordnen: Wo kommst du gut ins Handeln? Wo bleibst du trotz klarer Absicht stecken? Welche Motive tragen dich wirklich und wo versuchst du vielleicht Ziele zu verfolgen, die zwar vernünftig klingen, aber innerlich nicht stimmig angebunden sind?

Ein besonders hilfreiches Instrument ist dabei die Potenzialanalyse auf Basis der PSI-Theorie. Sie macht sichtbar, wie deine Selbststeuerung funktioniert, welche Ressourcen bereits stark ausgeprägt sind und an welchen Stellen innere Blockaden, widersprüchliche Motive oder ungünstige Bewältigungsmuster entstehen können. Dabei geht es nicht um Schubladendenken, sondern um ein tiefes, persönliches Verständnis deiner individuellen Struktur: deiner Bedürfnisse, Werte, Motive, Kompetenzen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Gerade bei Themen wie Prokrastination, Underachievement, Hochbegabung, Selbstzweifeln oder dem Gefühl, dem eigenen Potenzial nicht gerecht zu werden, kann dieser Blick sehr wertvoll sein. Wir schauen gemeinsam, was hinter deinem Verhalten liegt, welche Dynamiken dich bisher gebremst haben und wie du deine vorhandenen Ressourcen gezielt stärken kannst. So entsteht kein allgemeiner Ratschlag von außen, sondern ein Weg, der wirklich zu dir, deiner Persönlichkeit und deiner inneren Logik passt.

Ich wünsche dir alles Gute und freue mich auf deine Nachricht.

Lisa-Marie Diel
Psychologische Beraterin für Hochsensibilität und Hochbegabung
PSI-Kompetenzberaterin | Persönlichkeitsorientierte Beraterin (IMPART, Osnabrück)

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