Ich helfe dir dabei, dich selbst und andere zu verstehen.
Damit du das Leben finden kannst, das wirklich zu dir passt.
Viele hochsensible und hochbegabte Menschen kennen das Gefühl, dass etwas nicht ganz passt. Sie nehmen mehr wahr, denken schneller, fühlen intensiver – doch genau das kanndazu führen, dass sie sich in ihrer Umwelt nicht immer wirklich aufgehoben fühlen. Während andere scheinbar mühelos ihren Platz finden, bleibt oft die Frage: Wo gehöre ich wirklich hin?
Es geht nicht nur darum, sich selbst besser zu verstehen, sondern auch um Stabilität, um Sicherheit im eigenen Weg. Denn wer seine Stärken kennt, kann sie gezielt einsetzen – beruflich, privat und in der eigenen Entwicklung. Ein Umfeld, das Wertschätzung für diese besonderen Fähigkeiten bietet, macht den Unterschied: Erst wenn Zugehörigkeit spürbar wird, kann Anerkennung folgen.
Ich begleite Menschen, die genau danach suchen: Klarheit über sich selbst, eine Gemeinschaft, in der sie sich verstanden fühlen, und eine Art zu leben und zu arbeiten, die sowohl Stabilität als auch persönliche Erfüllung ermöglicht. Denn der eigene Weg entsteht nicht durch Anpassung, sondern durch die bewusste Entscheidung, ihn zu gehen – mit dem Wissen, dass man weder zu viel noch zu wenig ist, sondern genau richtig.
Wer ich bin und warum ich das tue
2014 habe ich etwas entdeckt, das mein Leben komplett verändert hat: meine Hochsensibilität und Hochbegabung. Plötzlich ergab alles, was mich so lange „anders“ fühlen ließ, einen Sinn. Doch mit dieser Erkenntnis kam auch eine große Herausforderung – ich musste herausfinden, wie ich mir ein Leben schaffen kann, das meinen Begabungen gerecht wird, meinen Bedürfnissen entspricht und mich wirklich erfüllt.
In den folgenden Jahren krempelte ich mein Leben komplett um. Es war kein einfacher Weg, doch Stück für Stück begann ich, echte Lebensqualität zu gewinnen. Ich lernte, wie ich meine Hochbegabung nicht nur akzeptieren, sondern aktiv nutzen kann, um ein glückliches und authentisches Leben zu führen. Diese Transformation hat mir gezeigt, dass wir alle die Fähigkeit haben, unser Potenzial zu entfalten – wenn wir bereit sind, uns wirklich mit uns selbst auseinanderzusetzen.
Was zunächst als ein rein persönlicher Weg begann, wurde bald zu einer klaren Berufung. Die intensive Auseinandersetzung mit Hochsensibilität und Hochbegabung zeigte mir nicht nur, wie ich mein eigenes Leben verändern konnte, sondern auch, wie wichtig es ist, dieses Wissen mit anderen zu teilen. Denn während ich selbst auf der Suche nach Unterstützung war, stellte ich eines fest: Es gibt viel zu wenig Hilfsangebote! Sowohl für Kinder, aber ganz besonders für Erwachsene.
2019 entschied ich mich somit nach fünf Jahren intensiver Selbstreflexion und Recherche dazu, meine Kenntnisse zu vertiefen und machte eine Ausbildung zur psychologischen Beraterin für Hochsensibilität und Hochbegabung bei Eliane Reichardt. Diese Ausbildung war ein wichtiger Meilenstein, doch für mich war klar, dass sie nur der Anfang meiner beruflichen Reise sein würde.
Meine Vision
Es gibt Menschen, die schon immer das Gefühl hatten, dass sie anders sind. Sie denken tiefer, fühlen intensiver, hinterfragen mehr. Sie erleben die Welt in einer Weise, die sie oft allein fühlen lässt – selbst inmitten anderer. Vielleicht haben sie gelernt, sich anzupassen, sich kleiner zu machen oder ihre Sensibilität zu verstecken, um nicht aufzufallen. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem sie spüren, dass das nicht ihr Weg sein kann.
Ich begleite Menschen, die nicht einfach nur „funktionieren“ wollen, sondern ihre eigene Wahrheit leben möchten. Menschen, die sich selbst verstehen, ihre Stärken entfalten und ihren Platz in der Welt finden wollen – nicht irgendeinen Platz, sondern einen, der sich wirklich stimmig anfühlt. Denn das Leben ist zu wertvoll, um nur eine Rolle zu spielen, die nicht die eigene ist.
Es geht darum, sich nicht länger zwischen Anpassung und Isolation entscheiden zu müssen. Eine Gemeinschaft zu finden, in der man so sein kann, wie man wirklich ist. Die eigenen Begabungen nicht mehr als Bürde zu empfinden, sondern als wertvolle Ressource. Den Mut zu entwickeln, sich zu zeigen – mit allem, was dazugehört.
Viele meiner Klientinnen und Klienten spüren eine tiefe Sehnsucht nach Sinn. Sie wissen, dass sie mehr in sich tragen, dass da ein Potenzial ist, das gelebt werden will. Doch oft stehen ihnen Zweifel im Weg. Bin ich gut genug? Mache ich es richtig? Was, wenn ich scheitere? Die Wahrheit ist: Die Welt braucht Menschen, die tiefer denken, die feinfühlig sind, die hinterfragen und gestalten. Menschen, die sich nicht damit zufriedengeben, nur eine Version von sich selbst zu sein, die gerade so akzeptabel scheint.
Ich bin hier, um genau diesen Menschen zu zeigen, dass ihr Platz existiert. Dass sie nicht zu viel sind, sondern genau richtig. Dass es möglich ist, Stabilität zu finden, ohne sich zu verlieren. Anerkennung zu erfahren, ohne sich zu verbiegen. Einen eigenen Weg zu gehen, der nicht nur Sinn ergibt, sondern auch tief erfüllt.
Es geht nicht nur um Wissen, sondern um Erfahrung. Um das tiefe, unerschütterliche Gefühl, dass man auf dem richtigen Weg ist – nicht, weil jemand anderes es so sagt, sondern weil man es selbst spürt.
Letztendlich geht es darum, sich selbst in einer Weise zu erkennen, die alles verändert.
Im Februar 2020 erfüllte ich mir einen Traum und machte mich selbstständig. Ursprünglich wollte ich ausschließlich mit Erwachsenen arbeiten, doch mein erster großer Auftrag führte mich über ein Hochbegabtenförderzentrum direkt in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – insbesondere hochbegabten Underachievern und Kindern mit Teilleistungsstörungen. In dieser Zeit konnte ich tief in das Phänomen des Underachievements eintauchen, seine emotionalen Auswirkungen verstehen und Strategien entwickeln, wie Potenziale freigesetzt werden können.
Doch mein Fokus geht weit über das hinaus, was „Leistung“ allein bedeutet. Mich treibt die Frage an: Wie können wir als hochsensible und hochbegabte Menschen ein Leben führen, das uns wirklich glücklich macht? Ein Leben, in dem wir unsere Begabungen nicht nur erkennen, sondern aktiv ausleben – in Balance mit unseren emotionalen und persönlichen Bedürfnissen.
Methodisch arbeite ich vorwiegend mit der wissenschaftlich fundierten PSI-Theorie, die von Prof. Julius Kuhl an der Universität Osnabrück entwickelt wurde. Für die Anwendung dieser Methode und die Durchführung der auf der PSI-Theorie basierenden TOP-Diagnostik (Trainingsorientierte-Osnabrücker-Persönlichkeitsdiagnostik)/Potenzialanalyse bin ich umfassend ausgebildet worden.
Um möglichst individuell auf die Herausforderungen meiner Klient:innen eingehen zu können, verfüge ich über einen Methodenschatz, der auch noch weit über die PSI-Theorie hinaus geht. Wie viele Hoch- und Höchstbegabte bin ich ausgeprägter Autodidakt und stecke meine Nase gerne in alle möglichen Sach- und Fachbücher.
Mein Ansatz ist ausgeprägt interdisziplinär mit einer Kombination aus wissenschaftlich fundierten und praxisorientierten Methoden sowie einer großen Portion Einfühlungsvermögen. Wichtig: Wenn ich feststelle, dass mein Ansatz alleine nicht ausreicht oder du eine fachkundige Beratung in einem anderen Bereich benötigst, werde ich dich darauf aufmerksam machen und ggf. an andere Fachpersonen wie Therapeuten, Diagnostikern, Ärzten und Ernährungsberatern weiterleiten.
Meine fachlichen Kenntnisse
Ich verfüge über Kenntnisse in:
PSI-Theorie nach Kuhl (Selbststeuerung, Interaktion der Persönlichkeitssysteme, Motivation)
Polyvagal-Theorie (Nervensystemregulation, Sicherheit und soziale Verbundenheit),
Somatic Experiencing (körperbasierte Traumatherapieform – ich therapiere nicht, wende aber einzelne Elemente von SE in der Beratung an),
Dabrowskis Theorie der Positiven Desintegration (Entwicklungsdynamiken, psychologische Reifung),
Authentizitätsarbeit und Wertehierarchie (wer bin ich wirklich? Was sind meine echten Werte?),
Stufen der Selbstentwicklung nach Cook-Greuter (Modell der Ego-Entwicklung),
Big Five (OCEAN-Modell, Persönlichkeitsanalyse),
Flow-Theorie nach Csikszentmiháli (intrinsische Motivation, „Sweet Spot“ bei Unterforderung),
Embodiment & Neurologie (Verbindung von Körper und Geist, Körpergedächtnis),
Theorie der multiplen Intelligenzen nach Gardner (Hochbegabung in verschiedenen Bereichen),
Systemische Betrachtung von Hochsensibilität und Hochbegabung (wie diese sich in sozialen Strukturen auswirken),
Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie (Gedankenmuster erkennen und verändern),
Elemente der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (Wertebasierte Lebensführung, hilfreich in Kombination mit der Arbeit nach Dabrowski),
Somatische Marker und Körperarbeit (Verbindung von emotionalen Reaktionen und Körperwahrnehmung),
Achtsamkeitsbasierte Methoden (Meditation, Atemtechniken, Emotionsregulation),
Imaginations- und Visualisierungsübungen (Entwicklung von inneren Bildern zur Problemlösung),
Zürcher-Ressourcenmodell (ressourcenorientierter Ansatz zur Umsetzung von Zielen die mit dem Selbst im Einklang stehen),
Narrative Psychologie (eigenes Leben verstehen durch bewusste Reflexion und Umdeutung),
Schattenarbeit (Arbeiten mit unbewussten Persönlichkeitsanteilen),
Sokratische Fragetechnik (kritisches Denken und Selbstreflexion fördern),
Konstruktivistisches Denken (unterschiedliche Perspektiven einnehmen und Wirklichkeit dekonstruieren),
Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg (Gewaltfreie und empathische Kommunikation),
Personenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers (humanistischer Ansatz der Gesprächsführung),
Psychoneuroimmunulogie (Verbindung zwischen Psyche, Nervensystem und Immunsystem),
Chronischer Stress und körperliche Auswirkungen,
Mindbody-Ansätze (Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen),
Pain Reprocessing Therapy und Somatic Tracking (Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühlen und körperlichen Symptomen),
Ernährung und Nervensystem (Zusammenhang zwischen Darmgesundheit, Mikrobiom und mentalem Wohlbefinden),
Existenzielle Psychologie (Umgang mit Sinnfragen, Freiheit und Verantwortung),
Epistemologie und Metakognition (wie denkt ein Mensch über sein eigenes Denken?),
…uvm.
Meine Schwerpunkte
Ich habe mich auf Themen spezialisiert, die oft im Kontext von Hochbegabung und Hochsensibilität stehen – nicht nur auf die Herausforderungen, sondern besonders auf die Ressourcen und Möglichkeiten, die damit verbunden sind. In meiner Arbeit beschäftige ich mich intensiv damit, wie Persönlichkeitsstile mit Hochsensibilität und Hochbegabung interagieren und wie wir diese Synergien für persönliches Wachstum nutzen können. Ein weiterer Aspekt, der in meiner Arbeit eine riesige Rolle spielt, ist die Auswirkung von (chronischem) Stress und die Rolle des Nervensystems in Interaktion mit der Hochsensibilität und Hochbegabung.
Ich unterstütze dich in Bereichen wie:
- Underachievement überwinden: Deine Begabungen erkennen und dein Potenzial ausschöpfen.
- Stressprobleme lösen: Belastungen verstehen und Strategien entwickeln, um innere Ruhe zu finden.
- Resilienz aufbauen: Deine innere Stärke stärken und neue Perspektiven entwickeln.
- Dich selbst verstehen: Deine Geschichte im Kontext deiner Persönlichkeit reflektieren.
- Persönlichkeitsentwicklung fördern: Zugang zu dir selbst finden und dein authentisches Leben gestalten.
Worauf es wirklich ankommt
Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt. Mit all seinen Herausforderungen, Stärken und Möglichkeiten. Ich bin davon überzeugt, dass jede Existenz in dieser Welt einen Sinn hat und dass in jedem von uns ein Potenzial steckt, das gelebt werden möchte. Meine Aufgabe sehe ich darin, dich dabei zu unterstützen, deine Stärken zu entdecken und die Freiheit zu gewinnen, dein Leben nach deinen Vorstellungen zu gestalten.
Meine Klient:innen über mich:
Wer bin ich sonst so?
Mein Weg war nie ein geradliniger, ich gehöre zu den vielen Hochbegabten mit dem typischen „Mosaiklebenslauf“. Ich interessiere mich für alles und jeden, bin chronisch neugierig und mein Tag sollte eigentlich 36 Stunden haben, damit ich auch nur im Ansatz das schaffe, was ich alles gerne machen würde ;). Wider besseren Wissens vergesse ich dann auch manchmal, dass mein Kopf zwar enorm leistungsfähig ist, mein Körper aber nicht. Dann muss ich mich daran erinnern, dass Schlafen auch ganz schön sein kann und es echt sinnvoll wäre, nicht bis spät in die Nacht aufzubleiben.
Da ich mir einen ziemlich coolen Beruf geschaffen habe, arbeite ich ehrlich gerne (zumindest im Winter, im Sommer bin ich faul). Während ich mich früher als klassische „Scannerpersönlichkeit“ sah, die eher Generalistin als Spezialistin ist, hat sich dies im Laufe meiner Tätigkeit als Beraterin grundlegend geändert. Wobei ich mich genau genommen auch dort als „Scanner“ auslebe und meine Nase in alle möglichen Bereiche, angefangen von der Psychologie über die Medizin bis hin zur Philosophie stecke.
In meiner Freizeit genieße ich die Zeit mit meinem Partner und meinem Hund. Ich bin seit meiner frühen Kindheit sehr tierverbunden. Das Zusammensein mit Tieren weckt in mir meine wirklich authentische Seite. Mein Partner sagt immer, dass ich mit den Hunden so lache, wie sonst nie. Von meiner Hündin habe ich außerdem gelernt, wie ich mit einer völligen Selbstverständlichkeit meine Bedürfnisse und Grenzen kommunizieren kann – ohne dass sich jemand daran anstößt. Sehr hilfreich für mich als hochsensible Person.
Oh, und ich liebe Science Fiction, insbesondere Space Operas 🚀 Ich kann mich stundenlang in tollen Romanen verlieren und manchmal verbringe ich auch meine Zeit vor dem Fernseher, neige da aber zu Ungeduld (und im Gegensatz zu YouTube-Videos ist das Erhöhen der Abspielgeschwindigkeit bei Filmen dann irgendwie doch nicht cool).
Ausbildung/Vita – und wie ich mein Underachievement überwand
- 1997-2004 freie Waldorfschule Kaltenkirchen
Ich mochte die Zeit in der Waldorfschule sehr. Es war ein Ort der Geborgenheit und des gemeinsamen Lernens. Schwierig war für mich dabei nur, dass ich zunehmend sehr stark unterfordert war. Ein paar Extraaufgaben brachten keine Besserung. Auch dass ich regelmäßig vom Unterricht fernbleiben durfte, um im ganzen Schulgebäude die Pflanzen gießen zu gehen, änderte nichts grundlegend an meiner sich nach und nach einstellenden Motivationslosigkeit. In der 7. Klasse hielt ich nicht mehr aus und meldete mich selbstständig beim örtlichen Gymnasium an und bat um Aufnahme. - 2004 – 2010 Gymnasium Kaltenkirchen
Leider war zu diesem Zeitpunkt das Underachievement bereits manifestiert. Ich litt darunter, dass mir nichts mehr so richtig Spaß zu machen schien. Alle Aufgaben fühlten sich schwer und wenig belohnend an. Zudem hatte ich Probleme mit der Umstellung auf das neue Schulsystem. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich von einem Coaching für Hochbegabte vermutlich sehr profitieren können. Wie viele andere Hochbegabte in ähnlichen Situationen entwickelte ich psychosomatische Beschwerden und tat mein Bestes, um möglichst selten am Unterricht teilnehmen zu müssen. Trotzdem konnte ich 2010 meine Schulzeit mit dem Abitur abschließen. Meine Leistungskurse waren übrigens Kunst und Physik. - 2010 – 2013 Ausbildung Bankkauffrau
Nach der Schulzeit war ich wie viele Underachiever erst einmal ziemlich planlos. Ich wusste nur: Erst einmal möchte ich nicht an die Universität. So zog es mich dann in die Arbeitswelt. Das war eine gute Idee, ich mochte meinen Arbeitgeber sehr und fühlte mich dort gut aufgehoben. Doch schnell merkte ich, dass die Bankenwelt für meinen Idealismus nicht das Richtige ist. Schon während der Ausbildung gründete ich die „Jugend- und Auszubildendenvertretung“ und nahm an zahlreichen Seminaren zu Arbeitsrecht sowie an den Betriebsratsitzungen teil. Viel zu tun hatte ich abseits des Wissenserwerbs nicht: Mein Arbeitgeber hatte einen wirklich guten Job gemacht. - 2013 – 2016 Studium Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg
So studierte ich Jura. Sogar unter der Regelstudienzeit und recht erfolgreich, doch ich traf auf einen Satz, der mein Leben veränderte: „Wer wirklich erfolgreich sein will, der braucht Leidenschaft.“ Im Studium setzte sich aber das Underachievement fort: Seit Mitte des ersten Semesters besuchte ich keine Veranstaltungen mehr und verbrachte meine reichlich verfügbare freie Zeit im Fitnessstudio. Für jede Klausur bereitete ich mich jeweils nur eine knappe Woche vor, in dem ich mir grob den Stoff des Semesters anschaute. Dank der hohen Begabung kam ich im Studium dennoch gut zurecht, doch ich brannte nicht dafür. So entschloss ich mich dann mit einem abgeschlossenen Grundstudium andere Wege zu gehen.
- 2016 – 2019 Intensive Phase der Selbstfindung
Mein Plan war, mir eine Auszeit von ehrgeizigen Karriereplänen zu nehmen, bis ich wirklich weiß, wer ich bin und was ich will, und arbeitete nebenbei in der Versicherungsbranche. Zwar hatte ich bereits 2014 von meiner Hochsensibilität und Hochbegabung erfahren, doch ich konnte nicht so recht etwas damit anfangen. Anstatt daran zu wachsen, machte ich mich selbst dafür fertig, dass ich immer alles mit Minimalaufwand erledigte und nicht dieser Überflieger war, wie er immer in den Medien portraitiert wird. Doch mir war nicht klar, wie ich das ändern konnte. Somit suchte ich mir Hilfe und entschied mich für ein Coaching für Hochbegabung. Das löste noch nicht das Underachievement, brachte mir aber viel Klarheit. - 2019 Ausbildung Psychologische Beraterin für Hochsensibilität und Hochbegabung
Im Jahr 2017 lernte ich meine Coach und Beraterin Eliane Reichardt kennen. Sie half mir sehr weiter, meine Begabung und mich selbst zu verstehen. Als es darum ging, die eigene Berufung zu finden, wurde mir klar: Ich liebe es, Wissen aufzunehmen, Wissen zu verarbeiten und Wissen weiterzugeben. Ich liebe das Lehren. Und ich liebe es, Menschen zu helfen. So entstand dann langsam die Idee, selbst Beraterin zu werden, was ich in der Ausbildung bei Eliane im Jahr 2019 dann auch umsetzte. Spannend war, dass ich während der Ausbildung zwar noch die Konzentrationsprobleme hatte, die für Underachievement typisch sind, und zudem recht unstrukturiert an alles herangegangen bin, doch ich hatte richtig viel Spaß! Ich war so neugierig auf alles und wollte die Dinge unbedingt in der Tiefe verstehen. - Seit Februar 2020: Selbstständigkeit als psychologische Beraterin für Hochsensibilität und Hochbegabung
Seit Februar 2020 bin ich selbstständig als psychologische Beraterin für Hochsensibilität und Hochbegabung. Ein Herzensweg, den ich mir erfüllt habe. Spannend in Bezug auf der Underachievement war, dass es relativ schnell in ein Overachievement kippte. Ich war geradezu besessen von meiner Arbeit inhalierte alles an Literatur und Studien, was ich irgendwie zu fassen bekam. Wie so oft, wenn es vorher in einem Extrem war, schwingt es dann erstmal in das andere Extrem, bevor es sich einpendelt und gesunde Bahnen annimmt. Das passiert gar nicht so selten bei ehemaligen Underachievern. Denn häufig fehlen passende Strategien zur Selbstregulation sowie Lern- und Arbeitstechniken. Ein häufig unterschätztes Problem ist zudem das mangelnde Gefühl für die eigene Leistungsfähigkeit. Um zu erkennen, wann etwas „gut genug“ ist, brauchen wir einen Referenzrahmen. Jemanden, der uns mitteilt, wo wir stehen (wenn du magst: Ich habe hierüber einen Blockartikel geschrieben „Underachievement“). Das ist in einer Selbstständigkeit häufig eher schwierig und so ging ich dann auch Nummer sicher und leistete das Maximum, was mir möglich war – und ging dabei teilweise weit über meine Grenzen hinaus. Etwas, das ein hochsensibler Körper nur eine begrenzte Zeit mitmachen kann. Nach und nach erhielt ich immer mehr Anerkennung für meine Leistungen. Es war ein holpriger Weg, doch durch die tollen Rückmeldungen von meinen Mentorinnen und Klient:innen lernte ich, wer ich eigentlich bin und was ich kann. Das war sehr heilsam, hat aber gedauert: Denn wie ich heute rückblickend einschätze, litt ich damals recht intensiv am sogenannten „Hochstapler-Syndrom“, über das ich auch mal einen Blogartikel geschrieben habe.Aufregend war es seit Beginn der Selbstständigkeit auf jeden Fall. Ich lernte nicht nur viel über Hochsensibilität und Hochbegabung, sondern auch über mich selbst. Und denke heute, dass es sicherlich keine schlechte Position für eine Beraterin ist, die Themen, die ihre Klient:innen beschäftigen, schon einmal selbst durchgemacht zu haben ;-).Fachlich lag mein Fokus zunächst auf der Arbeit mit hochsensiblen und hochbegabten Kindern, naheliegenderweise insbesondere auf Themen wie Underachievement und Potentialentfaltung. Mein Start war gut: Ich konnte direkt im Förderzentrum für Hochbegabung in Rendsburg mit Kindern arbeiten und Erfahrungen sammeln. Doch im Laufe der Zeit wurde mir klar: Viele Menschen kamen mit der Vorstellung zu mir, ich würde ihnen beibringen, wie sie sich besser an bestehende Anforderungen anpassen können, unabhängig davon, ob diese Anforderungen ihnen wirklich entsprechen. Die Eltern bezahlten dafür, dass ich mit dem Kind arbeitete, ohne dass ich zunächst mit den Eltern arbeiten konnte. Das ist schwierig, denn um eine Veränderung zu erwirken, müssen alle eine Linie fahren – und das Kind selbst gibt den Weg vor, nicht die Eltern, nicht die Lehrkraft, nicht die Coach. Egal ob Kind, Jugendliche oder Erwachsene: Mir wurde bewusst, dass es mir nicht darum geht, Menschen „leistungsfähiger“ im klassischen Sinne zu machen. Vielmehr interessiert mich: Was möchte in dir gelebt werden? Was entspricht deinem innersten Wesen? Und wie kannst du dein Leben so gestalten, dass es dir wirklich gut tut, auch jenseits von Normen, Erwartungen oder äußeren Strukturen?
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Seit Januar 2022: PSI-Kompetenzberaterin
Was einen wirklich antreibt, motiviert, glücklich macht und dabei gleichzeitig die Widerstände zu erkennen, die einem dabei die Tour vermasseln, ist ohne die passenden Tools wahrlich eine Mammutaufgabe. Ich schaute mich um und traf auf die PSI-Theorie von Prof. Julius Kuhl, die vieles so ungemein logisch erklärt, dass ich sofort Feuer fing. Eine hochkomplexe Persönlichkeitstheorie, die eine Besonderheit mitbringt, die für die Arbeit mit hochsensiblen und hochbegabten Menschen unumgänglich ist: Sie kann Widersprüche abbilden und verzichtet darauf, in starre Schubladen zu stecken. Das fand ich sensationell und ließ mich daher als PSI-Kompetenzberaterin weiterbilden und bin seither berechtigt, die wissenschaftlich fundierte TOP-Diagnostik/Potenzialanalyse zu verwenden. Natürlich habe ich auch selbst mehrmals die Diagnostik durchlaufen, die mir wichtige – und teilweise sehr überraschende Informationen über mich mitgeteilt hat. Das hat mir geholfen, mich nicht nur besser kennenzulernen, sondern hat mir auch Wege aufgezeigt, wie ich dafür sorgen kann, dass es mir besser geht. Durch das Verstehen meiner eigenen Motivstruktur musste ich mir dann auch eingestehen, dass mich das Overachievement langfristig in den Burnout schicken würde. Das ist nicht bei jedem so: Ich selbst habe allerdings mein Leistungsmotiv total überschätzt. Eigentlich bin ich auf emotionaler Ebene nämlich einfach nur durchschnittlich leistungsmotiviert – und das reicht völlig aus ;-). - März 2023 – März 2024: Weiterbildung „Persönlichkeitsorientierte Psychotherapie und Beratung“
Trotz meiner guten Ausbildung und dem intensiven Studium der Fachliteratur merkte ich aber, dass ich in meinem Verständnis immer noch viel Luft nach oben hatte. Ich sammelte zwar Praxiserfahrung und profitierte sehr von der Supervision meiner Mentorin Dr. Gudula Ritz. Ich merkte, dass mir die TOP-Diagnostik/Potenzialanalyse manchmal regelrecht eine „Geschichte“ erzählte – manchmal aber eben auch nicht. Also erkannte ich, dass ich mein Wissen noch weiter vertiefen möchte und beschloss mich die einjährige Weiterbildung als persönlichkeitsorientierte Beraterin auf Basis der PSI-Theorie zu beginnen. Die Weiterbildung beruht auf einem neuen Meta-Konzept in der Psychotherapie und Beratung, welches die Persönlichkeit des Klienten, seine Ressourcen, seine Entwicklungschancen und -blockaden gezielt mit einbezieht. Damit ist meine Beratungsleistung noch tiefgehender, gezielter und empathischer geworden. Mein Wissen um die Hochsensibilität und Hochbegabung wurde ergänzt durch tiefgreifendes, anwendungsbezogenes Wissen aus der Persönlichkeitspsychologie und Psychotherapie-Prozessforschung.
Heute begleite ich Menschen ganzheitlich mit einem Blick sowohl auf individuelle Stress- und Arbeitsmuster als auch auf das, was sich im Innern entfalten möchte. Manchmal braucht es praktische Tools wie die Potenzialanalyse, manchmal innere Neuorientierung. Und manchmal beides gleichzeitig. Ich arbeite zudem viel (aber nicht ausschließlich) nach den Prinzipien der Theory of Positive Disintegration von Kazimierz Dabrowski, einer humanistischen und ressourcenorientierte Sichtweise auf das persönliche Wachstum von sensiblen und begabten Menschen.
